Fr 29. Juli 2022 19:00 Uhr
Sassenberg-Füchtorf Herrenhaus Harkotten-von Korff
25 € / 20 € erm. (Preis für beide Konzerte)

Davit Sarukhanyan, Karl Figueroa & Tatiana Verbeke

Davit Sarukhanyan, Karl Figueroa, Tatiana Verbeke,

Doppelkonzert A: B&B

Ein Opus 11 und ein Opus 114 – und die quirligen Jungen aus Armenien, Chile und Russland, die sich an den Hochschulen in Münster und Essen kennen lernten, fühlen sich in das Werk des alten Brahms ebenso gut ein wie in das Beethovens, der, als er das „Gassenhauer“-Trio schrieb, nur etwas älter war als sie.

Hat Beethoven seine Variationen auf den Hit aus der Joseph Weigl-Oper „L’amore marinaro“ (Der Korsar) später so manches Mal wohl als Jugendsünde bereut, so scheint der 58-jährige Brahms in a-Moll zurückzublicken, wunderbar träumend, mit abgeklärter Sehnsucht und Herzensfülle.

Subtile, dabei spannungsvolle Stimmführung bei Brahms, Schimmer später Leidenschaft im Allegro, ein intimes Adagio, zu Beginn des graziösen Andante ein verhaltener Wiener Walzer, gefolgt von einem gezähmten Ländler, dem Volkstanz, aus dem der Walzer entsprang. Im Allegro osteuropäische Rhythmen in muntrem Wechsel und ein leidenschaftliches Aufbäumen als Schluss, das mitreißt. Brahms hatte eigentlich aufhören wollen zu komponieren. Doch als er 1891 mit dem famosen Klarinettenvirtuosen Mühlfeld „Fräulein Klarinette“ entdeckte, komponierte er im Stillen in der Sommerfrische von Bad Ischl dieses berührende Trio.

Stolz und befreit, mit Schwung und Feuer, dabei mäßig schnell der erste Satz von Beethovens Trio. Im Adagio expressiv-zarte Melodik. Das Finale beginnt mit dem Gute-Laune-Thema des Schlagers aus der Weiglschen Oper, den die Spatzen in Wien um 1800 von den Dächern pfiffen. Dann folgen Beethovens Variationen – und machen charmant und leicht aus dem Popsong hohe, zugleich höchst unterhaltsame Kunst.

Besetzung

Davit Sarukhanyan Klarinette Karl Figueroa Violoncello Tatiana Verbeke Klavier

Programm

Johannes Brahms (1833–1897)
Trio a-Moll op. 114

Ludwig van Beethoven (1770–1827)
Trio B-Dur op. 11, „Gassenhauer-Trio“

Herrenhaus Harkotten-von Korff

48336 Sassenberg-Füchtorf
Harkotten 2

Die Doppelschlossanlage Harkotten an der Grenze zu Niedersachsen geht auf die Grenzburg zurück, die Ritter Heinrich II. von Korff, Lehnsherr der Bischöfe von Münster, im 14. Jahrhundert baute. Seit 1324 gibt es dort zwei Herrenhäuser, eines ging im 17. Jahrhundert an Familie von Ketteler. Vorburg, Mühle, Försterei, das Gerichtshaus mit Kerker und die Schlosskapelle blieben bis heute im gemeinsamen Besitz.

In Kooperation mit den Freunden und Förderern des Denkmals Harkotten e. V.

Fr 29. Juli 2022 Führungen 18:00 Uhr und 21:00 UhrEintritt frei mit Konzert- und Ausstellungsticket

Wir sind Rincklake. Portraitmalerei im Selfiezeitalter

19.06. – 11.09.2022
Herrenhaus Harkotten – Museum Abtei Liesborn – Kulturgut Haus Nottbeck

Johann Christoph Rincklake (1764* Harsewinkel, 1813 Münster†) war ein bedeutender deutscher Portraitmaler der Romantik. Er portraitierte zahlreiche Persönlichkeiten des Adels und des Bürgertums aus Westfalen, aber auch „die kleinen Leute“: die Gastwirtstochter, den Sohn des Schlossermeisters, den Bäcker des Domkapitels, den Hauslehrer oder die Sängerin der fürstbischöflichen Kapelle. Er repräsentiert den damals neuen Typus des freien Künstlers, der nicht an einem Hof fest angestellt war, sondern sich seine Auftraggeber suchen musste.

Die Portraits Johann Christoph Rincklakes, die sich noch heute, zum Teil in Familienbesitz, im Münsterland befinden, werden in der Ausstellung „Wir sind Rincklake“ an drei Ausstellungsorten, im Herrenhaus Harkotten, im Museum Abtei Liesborn und auf dem Kulturgut Haus Nottbeck in Oelde, gezeigt. In einer multimedialen Präsentation, die auf die Gemälde, aber auch auf literarische Quellen und außerbildliche Objekte zurückgreift, werden die Bilder zusätzlich zum Sprechen gebracht: Zahlreiche Geschichten erzählen vom Alltag der Portraitierten, von Liebe, Krankheit und Tod, vom Glauben und von Trauer, von Rollenzuweisungen, Standeserwartungen, beruflichen Anforderungen.

Rincklake malte auf der Höhe seiner Zeit. Sensibel setzte er die individuellen und charakteristischen Züge der Portraitierten ins Bild und wahrte, bei aller Inszenierung der Person, ein hohes Maß an Natürlichkeit und Lebendigkeit in seiner Darstellung.

Seine Portraits von Friedrich Anton von Korff und seiner Familie sind an ihrem ursprünglichen Bestimmungsort zu erleben, auf Herrenhaus Harkotten, das der Freiherr von Korff und seine Ehefrau um 1800 nach klassizistischem Geschmack erbaut und eingerichtet haben. Noch heute ist es im Familienbesitz, so wie die präsentierten Portraits. Dazu kommen Kopien, Federzeichnungen nach den Gemälden, von Carl Joseph Haas (1775–1852), die man damals verschenkte oder Briefen beilegte.

Zwei Kurzführungen durch die Hausherrin und Mitglieder des Vereins der Freunde und Förderer des Denkmals Harkotten werden vor und nach dem Konzert angeboten. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Die kostenlose Eintrittskarte für die Führung ist nur zusammen mit einer Konzertkarte erhältlich. Natürlich freut sich der Förderverein über kleine Spenden, die ihm bei seinem Engagement sehr nützlich sind!