FluteLab BXL

Installaties
Ein Consort, das sich als Labor und Kooperative versteht und mitreißend (auswendig) musiziert: das neue Blockflötenkollektiv FluteLab BXL aus Brüssel. Experimentell, unbeschwert und spielerisch, „postmodern“ frei gehen die Dozent:innen, Absolvent:innen und Student:innen der renommierten Blockflötenklasse des Conservatoire Royal de Bruxelles an die Musik vom Mittelalter bis heute heran. Sie bearbeiten Hits der Klassik (Jean Van Vyve, Laura Pok) und lassen sie auf der Bühne in neuem Klang und origineller Farbigkeit strahlen – „installiert“ in einem Konzertprogramm mit Musik aus 800 Jahren, so als wären die Stücke gerade erst komponiert.
Evergreens von Händel, Bach und Vivaldi bilden das barocke Grundgerüst von FluteLabs „Installaties“. „Sumer is icumen in“ von 1260, eins der ältesten sechsstimmigen Rotas mit vier rotierenden Kanonstimmen und zwei ständig wiederkehrenden Bassstimmen, weist auf den „Sommer“ Vivaldis voraus. Über den Klang aber ist es mit der Polyphonie Bachs und zugleich Frans Geysens minimalistische „Installaties 1 – 3 – 1“ von 1984 verbunden. In seinem Blockflötenquartett variiert der Belgier ein kleines melodisch-rhythmisches Grundmodul durch winzige Verschiebungen und Wiederholungen dreifach, bevor er es zur Basis zurücktreibt. Piazzolla entwickelt Bachs Fugenkunst 1968 mit „Fuga y Misterio“ weiter: zu einem formal strengen, rhythmisch explosiven Tango Nuevo. Das neueste Element der „Installaties“ ist die Uraufführung einer Arbeit des Komponisten, Performance- und Konzeptkünstlers David Helbich. Ob der Wahl-Brüsseler, wie oft, eine offene Partitur vorlegt, die nicht aus Noten, sondern Handlungsanweisungen für Musiker:innen und Publikum besteht?
Besetzung
Thomas Deprez, Maureen De Smet, Nathalie Houtman, Aylin Önaşçi, Laura Pok, Nastassja Ristau, Veronica Samyn, Noam Shpilman Bass, Jean Van Vyve, Tomma Wessel Blockflöten
Programm
Georg Friedrich Händel (1685-1759)
The Arrival of the Queen of Sheba, arr. LP
Frans Geysen (*1936)
Installaties 1 – 3 – 1
Anonym
Sumer is icumen in
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Brandenburgisches Konzert Nr. 3, BWV 1048, arr. LP
David Helbich (*1973)
Neues Werk 2026, Uraufführung
Astor Piazzolla (1921-1992)
Fuga y Misterio, arr. JVW
Antonio Vivaldi (1678-1741)
Concerto Nr. 2 „Der Sommer“. Aus: Le quattro stagioni, RV 315 op. 8, arr. JVW
Eintritt: 20 €, erm. 17 €
Apostelkirche Münster
Klarheit, Licht, Stille: die Apostelkirche, erste rein gotische Hallenkirche Westfalens, hat diesen ihren ursprünglichen Charakter bewahrt. Die Gewölbemalereien, mit die schönsten der Region, stammen aus dem 16./17. Jahrhundert. Harmonisch fügen sich der 1976 von Heinrich Gerhard Bücker neu gestaltete Chorraum, die Glasfenster aus den 1990er Jahren und das 2015 von Tobias Kammerer entworfene Fenster über der Taufstelle in den mittelalterlichen Kirchenraum ein.
In Kooperation mit der Evangelischen Apostel-Kirchengemeinde
www.apostelkirchengemeinde-muenster.de
