Der Erbdrostenhof, 1753-1757 nach Plänen Johann Conrad Schlauns erbaut, ist eines der prächtigsten Adelspalais des deutschen Spätbarock. Bauherr war der Erbdroste Adolf Heidenreich Freiherr von Droste zu Vischering, einer der ranghöchsten Würdenträger des Bistums Münster. Schlaun hat den dreiflügeligen Bau in die Diagonale gedreht, wodurch er auf einem relativ kleinen, rechteckigen Grundstück Platz für den Ehrenhof vor dem Haupteingang gewann. Typisch westfälisch ist die mit roten Backsteinflächen und Baumberger Sandstein gestaltete Fassade. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg durch Luftangriffe zerstört, 1953–1970 nach alten Plänen durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) wiederhergestellt.
Über dem Vestibül des Erbdrostenhofes befindet sich die zweigeschossige „salle à l’Italienne“, der Festsaal, mit illusionistischer Wand und Deckenmalerei. Die ursprünglichen Fresken malte Nikolaus Loder, sie wurden 1965–1967 von Paul Reckendorfer rekonstruiert. Im Gelb, in der Mitte des antiken Götterhimmels der „salle à l’Italienne“, thront Jupiter, der oberste Gott: mit Krone und Blitzzepter, Goldmantel und Adler. Daneben sein Bote Hermes mit Flügelhaube und leuchtendem Heroldsstab, rechts davon, mit der Harfe, Apollo, der Gott der Künste, besonders der Musik, der Mäßigung und der sittlichen Reinheit. An seiner Seite Saturn, der Unmäßige, mit der Sense. Unter ihnen der geflügelte Westwind Zephir (weiblich) und Flora, die Göttin der Blüte, des Frühlings, der Jugend, des Lebensgenusses, die ihr Füllhorn ausgießt.
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