Fr 26. Juni 2026 20:00 Uhr
Ahlen Saal Sandgathe
27 €, erm. 23 €

Trio Étoiles

© Jure Knez

Kopfkino, bedrängende Bilder und starke Gefühle: mit „City Nights“ beschwört das Sternen-Trio die Nacht herauf, in seinem besonderen Sound mit zwei Saxophonen und Klavier.

Mit den Lichtern der Großstadt erwacht eine andere Welt: Traut oder toxisch in der Intimität der Wohnung, gesellig, im Rausch zügellos, in den Kneipen und Bars, Discos, Clubs. Auf Boulevards, Avenuen: Scheinwerferschlangen; in den Straßen, auf Plätzen: Laternen, Neonreklamen. Tausend Fenster durchstrahlen Hochhausfassaden, in den Gassen aber, den Hinterhöfen und Hauseingängen Funzeln, glimmende Zigaretten und Feuerzeugblitze. Die Nacht in der City hat ihre eigene Energie, ist Geheimnis und Glamour, Begehren und Begierde, Gewalt, Einsamkeit, Melancholie, Ekstase und Tanz, Liebe in jeglicher Form.

Im Herzen von „City Nights“ pulsiert Piazzollas Tango Nuevo. Seine Neuen Tangos werden von neueren Tangos und packenden Stücken von Zeitgenossen des Argentiniers umkreist. Deren Stil ist gemischt, aus klassischer Klangsprache sowie Tango, Jazz, Rock oder Weltmusik und heutigen Idiomen. Am Ende geht die Sonne auf mit einem der weltweit am häufigsten gespielten Lieder: „Summertime“.

Piazzolla verdiente in den 1940ern in Buenos Aires als Bandoneonist und Arrangeur in bekannten Tango-Orchestern sein Geld – und schämte sich dafür: „Tangomusiker war ein schmutziges Wort im Argentinien meiner Jugend. Es war die Unterwelt.“ Sein Herz schlug für Bach, die aktuelle klassische Musik, den Jazz. In dieser Art komponierte er damals auch. Erst 1954 in Paris wurde er der „Piazzolla“, der den Tango Nuevo erfand und mit ihm die Konzertsäle der Welt eroberte – nachdem die große Kompositionslehrerin Nadia Boulanger ihm, als sie ihn hatte Tango spielen hören, die Meinung gegeigt hatte: „Du Idiot! Merkst Du nicht, dass dies der echte Piazzolla ist, nicht der andere? Du kannst deine ganze andere Musik wegschmeißen!“

Mitwirkende

Trio Étoiles
Sarah Lilian Kober Saxophon
Vanja Sedlak Saxophon
Vadym Palii Klavier

Programm

City Nights

Kurt Weill (1900–1950): Youkali 

Astor Piazzolla (1921–1992): Adios nonino 

Philippe Geiss (*1961): South wind tango 

Dmitri Shostakovich (1906–1975): Fünf Stücke 

Guillermo Lago (*1960): Sarajevo – Montevideo. Aus: Ciudades

Astor Piazzolla: Night-Club 1960

Bertrand Moren (*1976): Balkan dances 

Astor Piazzolla: La muerte del Angel

George Gershwin (1898–1937): Porgy and Bess Fantasy 

Saal Sandgathe

59227 Ahlen
Südstraße 4

Haus Sandgathe ist ein verputztes Fachwerkhaus im Stil des Klassizismus. 1807 mit Stallungen und Schankstube errichtet, erinnert das Haus in seinen Ursprüngen an das vorindustrielle Ahlen, das eine Ackerbürgerstadt war. 1880, zur Zeit der Ersten Industrialisierung Ahlens durch den Strontianitabbau, als tausende Arbeiter zuzogen, kam das Gebäude in Besitz der Wirtsleute Sandgathe, die 1911 den Saal anbauen ließen. Damals, nach dem Ende der „Strunzzeit“, blühte die metallverarbeitende, auf die Herstellung emaillierte Geschirre spezialisierte Industrie auf. Diese zweite Phase der Industrialisierung war zudem durch die Erschließung der Steinkohlevorkommen und neuerliche Zuwanderung aus Westfalen, Ostdeutschland und dem Ausland geprägt. Heute wird der Saal Sandgathe zuvorderst von der Schule für Musik im Kreis Warendorf und der Kulturgesellschaft der Stadt Ahlen genutzt.

In Kooperation mit der Stadt Ahlen

www.ahlen.de

Stadt Ahlen: Wohin heute?