Nemesis Quartet

Vier polnische Gentlemen mit Rhythmus im Blut, Gesang in den Herzen und einem fabelhaft farbigen Sound; jeder ein Virtuose, doch als Teamplayer für die andern ganz Ohr; ihre Programme ein Mix aus Eigenbearbeitungen klassischer Werke (K. Mastalerz, W. Chałupka) und Originalen für Saxophonquartett, der zündet: Das Nemesis Quartett gilt in Polen als eins der aufregendsten Kammermusik-Ensembles der neuen Generation.
Mit „Mazurka und Bach“ lässt Nemesis einen vibrierenden Hör-Saal erstehen, in dem polnische und deutsche Klassiker in Resonanz geraten, miteinander „tanzen“, und all jene, die sie erleben, in ihren Schwingkreis ziehn. Zumal die Stücke der Viere selbst tänzerisch sind. Inspiriert an polnischen Nationaltänzen, am schwungvoll italienischen Barock Vivaldis oder am deutschen Walzer wie auch an Bachs Choral, ist ein jedes eine neue Legierung aus Eigenem und Fremdem – so individuell wie die Cover-Versionen des Nemesis Quartetts, das sie in seinem modernen Idiom interpretiert.
Bach vereint in seinen italienischen Konzerten Vivaldis Leichtigkeit und Virtuosität, opernhafte Sanglichkeit und motorische Rhythmik, Solo-Tutti-Kontraste und dynamische Steigerungen mit seiner komplexen Mehrstimmigkeit, motivischen Entwicklung und reich modulierenden Harmonik.
Mazurka, Oberek, Krakowiak und Polonaise haben die polnischen Komponisten zu bezaubernden Kunsttänzen inspiriert. Sind Chopins Mazurken – die eine kontemplativ entrückt, die andre extrovertiert – bei uns populär, so sind die andern polnischen Werke mit Nemesis zu entdecken: Lutosławskis augenzwinkernder Volksmelodie-Schnipsel; Różyckis glanzvolles, spätromantisch-pathetisches Miniaturballett; Nowakowskis dramatisch dichte Fantasie auf „Halka“, die tragische Nationaloper der Polen; Szymanowskis Mazurka, in der Folklore, Moderne und fast mystische Klänge sich mischen; Noskowskis nachdenklich-nostalgisches Stimmungsbild, eine gebremste Cracovienne.
Mit Widmanns launigen „Capricci“ zeigt Nemesis alles, was das Saxophonquartett heute ausmacht: melodische Beweglichkeit und harmonische Weltläufigkeit etwa, raffinierteste Artikulation, Mikro-Tonalität oder „noise“: Luft-, Atem-, Klappen- und Reibungsgeräusche. Zum Schluss überbordende Zirkusmusik, ironisch, komisch, rasant.
Mitwirkende
Nemesis Quartet
Łukasz Dyczko Sopran Oskar Rzążewski Alt Karol Mastalerz Tenor Wojciech Chałupka Bariton
Programm
Mazurka und Bach
Witold Lutosławski (1913–1994): An Overheard Melody
Johann Sebastian Bach (1685–1750): Italienisches Konzert, BWV 971
Ludomir Różycki (1883–1953): Polish Dances, op. 37
Johann Sebastian Bach: Jesus bleibet meine Freude
Fryderyk Chopin (1810–1849): Mazurka a-Moll, op. 17 Nr. 4 | Mazurka in C-Dur, op. 24 Nr. 2
Józef Nowakowski (1800–1865): Fantasie auf die Oper „Halka“ von Stanisław Moniuszko, op. 51
Antonio Vivaldi/Joh. Sebastian Bach: Orgelkonzert a-Moll, BWV 593
Karol Szymanowski (1882–1937): Aus: Mazurkas, op. 50
Zygmunt Noskowski (1846–1909): Cracovienne, op. 2 Nr. 1
Jörg Widmann (*1973): 7 Capricci
St. Ludwig Kirche
St. Ludwig ist als „die Kirche mit dem roten Punkt“ bekannt. 1950 bis 1952 nach Plänen des Duisburger Architekten Walter Kremer errichtet, wurde ihr Innenraum, ein flach gedeckter Wandpfeilersaal mit seitlichen Rundbogennischen, 1971 renoviert. Dabei passte der münstersche Architekt Dieter G. Baumewerd den Chorraum den neuen liturgischen Erfordernissen des Zweiten Vatikanischen Konzils an. Auf Vorschlag Baumewerds bekam Rupprecht Geiger den Auftrag zur Gestaltung des Altarraums und malte ein 6 mal 6 Meter großes „Gerundetes Rot“ mittig auf die Chorrückwand. Nach Plänen Winfried Heggers wurde der Altarraum weiß gefliest, Altar, Priestersitz, Ambo, Leuchter und Stehkreuz wurden aus Edelstahl und Acrylglas gefertigt. 1996, als seine Farbe zu verblassen drohte, ersetzte Geiger den alten durch einen neuen Roten Punkt in einem flammenden Pink. Der Punkt dominiert den Kirchenraum, ist „voller Spannung und Kraft“. Für die Katholiken weist er auf eine spirituelle Dimension, ist „Symbol für Auferstehung, Licht der Welt und pulsierende Energie“ (Kirchenführer).
In Kooperation mit der Kath. Kirchengemeinde St. Mauritius, Ibbenbüren
