Constantinople

Ein Gipfeltreffen musikalischer Grenzgänger: Zwei uns fremde Musikkulturen des Ostens – uralt, erhaben, lebendig – kommen in Good Old Europe zusammen. Drei weltweit gefragte Virtuosen, der Flötist Shashank Subramanyam aus Südindien und zwei iranisch-kanadische Mitglieder des namhaften Weltmusikensembles Constantinople aus Montreal, treffen sich zur Jam-Session im Römermuseum. Mit Subramanyam stehen der Setarspieler Kiya Tabassian und Hamin Honari, Spezialist für iranische Handtrommeln, auf der Bühne. Ihre persisch-indischen „Märchen“ sind von Tabassian oder Subramanyam komponiert oder sie entstehen in interkultureller Improvisation aus dem Augenblick heraus.
Tabassian und Honari fühlen sich mehreren „Raum-Zeiten“ zugehörig. Mit Constantinople schöpfen sie aus dem europäischen Erbe von Mittelalter, Renaissance, Barock sowie aus den Musikkulturen des Mittelmeerraums und des Mittleren Ostens, auch um sich mit anderen globalen Traditionen zu verbinden: „Als Musiker-Erfinder und Musiker-Reisende spielen wir unsere Utopien – vor dem Hintergrund von Babel. Das zu erkundende Gebiet ist unendlich: Kulturen und Erinnerungen, deren Grenzen wir verschieben möchten, damit sie am Ende konvergieren. Migration und das Vermischen der Kulturen sind unsere Spezialgebiete. Ist es vielleicht unser frühes Exil, das uns dazu gebracht hat, zur Quelle zurückzugehen, den Spuren unserer Vorfahren zu folgen und unermüdlich nach kreativen Verbündeten zu suchen?“
Einer ihrer Verbündeten ist Shashank Subramanyam, eine der prägenden Persönlichkeiten der Karnatischen, der mündlich tradierten klassischen Musik Südindiens, die auf heilige Schriften und heilige Musiker, Seher und mythische Weise zurückgeht. Für sie alle war gute Musik Medium der Selbstfindung und der Erlösung von inneren und äußeren Konflikten. Karnatische Musik, so auch das expressive Spiel Subramanyams auf Bambusflöten, besticht durch die melodische Raffinesse der Ragas (spezifischer Tonleitern mit charakteristischen Auf- und Abwärtsbewegungen, Stimmungen und Emotionen), durch die rhythmische Komplexität und Virtuosität der Talas (wiederkehrender Abläufe von Schlägen), durch ihre Ornamente und ihre spirituelle Tiefe.
Die ebenfalls mündlich und in wissenschaftlichen Schriften überlieferte persische Musik ist ein eigenes ästhetisches Universum zwischen den arabischen, zentralasiatischen und indischen Klangwelten ringsum, und sie ist von der Mystik nicht zu trennen. Sie ist eine Kunst der Improvisation und Verzierung innerhalb vorher ausgewählter Modi – das sind feste, von der Tradition vorgegebene Melodien mit jeweils eigenem emotionalen Charakter. Und wie die Karnatische Musik ist sie eine unerschöpfliche Quelle der Schönheit, Inspiration und Ekstase …
Mitwirkende
Constantinople
Kiya Tabassian Setar Hamin Honari Tombak, Daf Shashank Subramanyam Bambusflöte
Programm
Musical Tales – Persisch-indische Märchen
Kompositionen von Kiya Tabassian und Shashank Subramanyam, Improvisationen
LWL-Römermuseum
Das LWL-Römermuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe wurde 1993 eröffnet und versteht sich als Museum und Forschungsstätte. Es ist das Zentralmuseum für römische Militärgeschichte in Nordwestdeutschland und wurde am Originalstandort des Römerlagers Aliso errichtet. Es zeigt die bedeutendsten Funde aus allen Römerlagern entlang der Lippe. Das Lager Aliso war vor 2.000 Jahren während der Feldzüge in Germania magna einer der wichtigsten Stützpunkte des Römischen Reiches. Mit Rekonstruktionen zum Ausprobieren, mit Filmen, 3-D- und Virtual-Reality-Animationen, Hörspielen und Modellen lässt das LWL-Römermuseum die 28-jährige Geschichte der Römer in Westfalen lebendig werden.
In Kooperation mit der Kulturstiftung Masthoff und dem LWL-Römermuseum | www.lwl-roemermuseum-haltern.de | www.kulturstiftung-masthoff.de
