So 23. August 2026 17:00 Uhr
Ahaus Evangelische Christuskirche
22 €, erm. 19 €, 15 € bis 25 Jahre

Jakub Muras & Łukasz Brzezina

© Agnieszka Dudziak

Abgedroschen? Im Gegenteil: Unsterblich! Mit diesen Topvirtuosen duften sämtliche „Vier Jahreszeiten“ auf. Frisch, aromatisch, intensiv. Aus Allzeit-Hits Vivaldis, Max Richters Rekomposition der barocken Suite des Veneziers und Astor Piazzollas berühmten „Las cuatro estaciones porteñas“ – porteños nennen sich die Einwohner von Buenos Aires – haben Jakub Muras und Łukasz Brzezina ein elektrisierendes Programm gemixt. In originellen Bearbeitungen für Saxophon und Akkordeon bringen die charismatischen Polen, die zu den meistausgezeichneten Interpret:innen ihrer Generation gehören, drei Sommer und Winter, Frühlinge und Herbste untereinander in vibrierende Resonanz, indem sie die schnellen, knackig-kurzen dritten Sätze aus einer jeden „stagione“ Vivaldis mit einschlägigen Sätzen Piazzollas und Richters matchen.

Vivaldi evoziert Naturszenen: tanzende Hirten im Frühling, ein grandioses Sommergewitter, herbstliche Jagd, Winterchaos, Ausrutschen, Eiseskälte. Für den Komponisten aus „La Serenissima“, der Musikstadt Venedig, war die Natur wenn nicht Idylle, so doch in Ordnung, heil. Knapp 350 Jahre später beschwören Piazzollas „estaciones“ keine Naturphänomene, sondern psychische Zustände, Atmosphären, Stimmungen und Energien von Buenos Aires herauf, in dessen multikulturellen Elendsquartieren kurz vor 1900 der Tango entstand. Diesen Tango revolutionierte Piazzolla, indem er ihn mit europäischer Klassik und amerikanischem Jazz zum Tango Nuevo verschmolz. In seinen „Jahreszeiten“ sind Fieber und Hitze, Nervosität, Überdruck, Melancholie und Leidenschaft der porteños am Río de la Plata spürbar. Solche Urbanität radikalisiert und modernisiert Max Richter, einer der einflussreichsten Komponist:innen der Gegenwart. 2012 überführt er ikonische Themen der Barocksuite in eine emotional direkte Klangwelt von heute. In seiner Rekomposition von Vivaldis Jahreszeiten mischen sich die Genres: Minimalismus, zeitgenössische Klassik, Ambient, Rock.

Die nächste Generation dann spielt mit den Jahreszeiten der Alten: Muras & Brzezina „kom-ponieren“ mit „VIV4LDI FOREVER“ eine neue Jahreszeitensuite für unsere Zeit.  

Mitwirkende

Jakub Muras Saxophon Łukasz Brzezina Akkordeon 

Programm

VIV4LDI FOREVER

Antonio Vivaldi (1678–1741): Aus: Die vier Jahreszeiten, op. 8, Nr. 2, RV 315

Astor Piazzolla (1921–1992): Las cuatro estaciones porteñas

Max Richter (*1966): Aus: Recomposed by Max Richter: Vivaldi – The Four Seasons

Evangelische Christuskirche

48638 Ahaus
Wüllener Straße 16

Die Christuskirche gehört, neben den evangelischen Kirchen in Heek, Legden und Schöppingen, zur Evangelischen Christus-Kirchengemeinde Ahaus. Die Kirche wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut, als die Textilindustrie blühte und die Bevölkerung wuchs. In ihrer funktional orientierten Klarheit ist sie typisch für die protestantische Sakralarchitektur jener Zeit im ländlichen Westfalen. Der Innenraum ist einladend, hell und offen, unprätentiös, das Ensemble von Altar, Kanzel und Taufbecken auf Predigt- und Gemeinschaft ausgerichtet, die Atmosphäre warm und meditativ. Das farbige Rundfenster über dem Eingang mit seinem geschwungenen, dynamischen Kreuz, den silbernen und goldenen Kugeln, die Einheit aus Vielfalt symbolisieren, und der Glastextur, die an gewebte Jute erinnert, stammt von der Künstlerin Lea Dievenow, die 2025 auch den Altarraum neu gestaltete.

In Kooperation mit der Ev. Christus-Kirchengemeinde Ahaus | www.christuskirche-ahaus.de