Sa 27. Juni 2026 19:30 Uhr
Nottuln Alte Amtmannei
27 €, erm. 23 €

Trio Neo

© Andrej Grilc

Drei Freunde – ein Fest! Musiker durch und durch, haben sich Nemorino Scheliga, Theo Plath und Aris Alexander Blettenberg ihre Lieblingstrios auf den Leib geschrieben. In ihrem Programm „Von Feen und Festen“ feiern sie die Freundschaft und den Zauber des Märchens.

In der Romantik war das Märchen mehr als eine Geschichte, die mit „wunderbaren Dingen und Begebenheiten“ (Novalis) faszinierte. Denn es verkörperte das Prinzip der Poesie. Es war das Modell für Fantasie und künstlerische Freiheit, psychologische Tiefe, symbolische Verdichtung, das Muster für das Ineinander von greifbarer Realität und dem Unsichtbaren, das rational nicht fassbar ist: dem Unbewussten und dem Traum, der Transzendenz, Übernatürlichem. Auch Schumann war von dieser Ästhetik durchdrungen. Wer seine „Märchenerzählungen“ hört, kann sich seinen Stimmungen und Gefühlen hingeben oder sich „wunderbare“ Geschichten dazu vorstellen von Feen, polternden Riesen, innig Liebenden, Rittern …

Angeregt durch Schumann schrieb Bruch die „Acht Stücke“, liedhaft-klangpoetische Charakterszenen, in denen Klarinette und Fagott oft dunkel verschmelzen. Sind diese spätromantisch, so stehen Nadia Boulangers „Drei Stücke“ dem Impressionismus nah: eine ergreifend-simple Melodie über zarter Klavierbegleitung, ein kontrapunktischer Kanon, ein rasantes Scherzo.

Eher handfest festlich geht’s mit Mendelssohn Bartholdy und Beethoven zu. „Bevor ich an die Arbeit gehe, will ich etwas essen“: Das Thema dieses Schlagers aus Joseph Weigels populärer Oper „Der Korsar“ hat Beethoven im Schlusssatz seines „Gassenhauer-Trios“ lustvoll nobilitiert. Aufs Essen war auch Felix Mendelssohn scharf, als er für einen Koch-Komponier-Deal sein ausgelassen-fröhliches „Konzertstück Nr. 1“ – mit dem Untertitel „Die Schlacht bei Prag: Ein großes Duett für Dampfnudel oder Rahmstrudel“ – schrieb. Während die Klarinettisten Heinrich Joseph und Carl Baermann für ihn kochten, komponierte er dieses Bravourstück für sie. Konzert und lecker Essen: ein echtes Fest der Freu(n)de.

Mitwirkende

Trio Neo 
Nemorino Scheliga Klarinette Theo Plath Fagott Aris Alexander Blettenberg Klavier

Programm

Von Feen und Festen

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847): Konzertstück Nr. 1, op. 113

Max Bruch (1838–1920): Aus: Acht Stücke, op. 83

Robert Schumann (1810–1856): Märchenerzählungen, op. 132

Nadia Boulanger (1887–1979): Trois pièces

Felix Mendelssohn-Bartholdy: Konzertstück Nr. 2, op. 114

Ludwig van Beethoven (1770–1827): Trio B-Dur, op. 11 „Gassenhauer“-Trio

Alte Amtmannei

48301 Nottuln
Joseph-Moehlen-Platz 1

Die Alte Amtmannei, nicht weit von der ehemaligen Stiftskirche am Ostende des Stiftbezirks, war der Verwaltungssitz des ehemaligen Stifts Nottuln. Zunächst Frauenkloster nach der Regel des Augustinus war es ab 1493 ein freiweltliches-adeliges Damenstift. Nachdem ein Brand die Vorgängerbauten zerstört hatte, wurde 1749 ein eingeschossiger Vorläufer des heutigen Gebäudes nach Plänen des westfälischen „Stararchitekten“ Johann Conrad Schlaun fertiggestellt. 1784/85 wurde die Amtmannei verbreitert und aufgestockt, im 19. Jahrhundert innen umgebaut, im 20. Jahrhundert riss man die Ökonomiegebäude ab und renovierte das Gebäude umfassend. Heute beherbergt die Alte Amtmannei das Kulturzentrum der Gemeinde Nottuln.

In Kooperation mit der Gemeinde Nottuln

www.nottuln.de