Collectif Django

Gypsy Swing ist en vogue und elektrisiert heute wie in den 1930ern, als Django Reinhardt ihn in Paris erfand. Der Manouche – „manouche“ heißt auf Romanes „Mensch“ und ist eine Selbstbezeichnung der Sinti – mischte den News Orleans-Swing der Zwanziger, der nachts die Jazzclubs von Montmartre erhitzte, mit der traditionellen Spielweise der Sinti und dem Musette-Walzer der Pariser Tanzsäle und Cafés zu seinem neuen, unverwechselbaren Jazz Manouche.
Heute lebt das Collectif Django um die Münchner Kontrabassistin Julia Hornung, eine der prägenden Stimmen des europäischen Gypsy Jazz, die Musik Reinhardts. Mit „Soirée Manouche oder Paris bei Nacht“ setzt sie mit ihrer Band die Tradition fort, nicht nostalgisch oder bloß zitierend, sondern schöpferisch. Im Geist des Manouche der 1930er Jahre, zugleich hochsensibel für die Vibes der 2020er, interpretiert das Quartett Klassiker von Django Reinhardt so lebendig, als würde es sie gerade erst selbst erfinden, und kombiniert sie mit eigenen Stücken.
Auf der Bühne geht Collectif Django im Augenblick auf. Das Spiel des Ensembles ist energetisch, kammermusikalisch klar und kommunikativ, mit virtuosen Improvisationen. Die Solistin und die Solisten legen virtuose Improvisationen ein. Giangiacomo Rosso, ein Rising-Star der europäischen Gypsy Jazz-Szene aus Italien, steuert emotionale Gitarrensoli bei. Zusammen mit Julia Hornung am Kontrabass sorgt der belgische Gitarrist Jan van de Beeck für la pompe, den typischen, pumpend-treibenden, perkussiven, aber luftigen Groove des Jazz Manouche: das Fundament, auf dem die Solisten tanzen.
So auch der Klarinettist Jurek Zimmermann. Mit warmem Ton, lyrischer Tiefe und sensibler Phrasierung übersetzt er das Feeling der Pariser Swing-Clubs expressiv ins Hier und Jetzt. Und mit Giangiacomo Rosso und Julia Hornung liefert er sich die Dialoge, die Spannung und Charakter, Feuer und Coolness des Manouche von Collectif Django ausmacht.
Mitwirkende
Jurek Zimmermann Klarinette, Saxophon Julia Hornung Kontrabass Giangiacomo Rosso Sologitarre Sam op de Beeck Rhythmusgitarre
Programm
Soirée Manouche oder Paris bei Nacht
Klassiker von Django Reinhardt, neu arrangiert und interpretiert, Eigenkompositionen, Improvisationen
Kunsthalle Lingen
Seit 1997 präsentiert die Kunsthalle Lingen zeitgenössische Kunst, die sich mit soziologischen, politischen und philosophischen Fragen auseinandersetzt, dazu ein vielfältiges Begleitprogramm. Die Kunsthalle befindet sich in Halle IV der ehemaligen Königlich Hannoverschen Bahnhofswerkstätten, die seit 1856 in Lingen an der Hannoverschen Westbahn entstanden. Vom 7. Mai bis 3. Juli 2022 zeigt die Kunsthalle die erste Einzelausstellung der amerikanischen Künstlerin Rochelle Goldberg in Deutschland.
Die Kunsthalle Lingen zeigt vom 22.6. bis 25.8.2024 die Ausstellung „Mortal Surface“ von Cudelice Brazelton IV. Der Amerikaner wird 2024 mit dem renommierten Lingener Kunstpreis für Malerei ausgezeichnet.
In Kooperation mit Kunsthalle – Kunstverein Lingen e.V.
www.kunsthallelingen.de
