Duo Fortezza

Zwei Spitzensolisten greifen in die Schatzkiste der Tradition und verwandeln sich Hits aus Klassik und Jazz, aus geistlichem Gesang und Volksmusik an. In raffinierten Arrangements, die Enrique Ugarte dem Duo auf den Leib geschrieben hat, vereinen Koryun Asatryan und er die musikalischen Genres, wobei ihre Werkauswahl der Klang ihrer Heimaten durchstrahlt. Der Armenier und der Baske servieren ein Kesselbuntes in ihrem ureigenen Fortezza-Stil, in dem sich musikalische Vielsprachigkeit, höchste Musikalität und Virtuosität mit Tiefgang und dem Spirit der Improvisation verbinden.
Mit zwei Liedern aus Orffs „Carmina Burana“ und „Havun“ (Taube) von Grigor von Narek, dem bedeutendsten armenischen Mystiker, öffnet Fortezza den seelischen Echoraum des Programms. Tänzerisch und handfest feiern Saxophon und Akkordeon mit Orff den Frühling, Begehren und Vitalität, um danach mit „Taube, Taube“ – in Armenien Symbol der Reinheit, Sanftmut und göttlichen Inspiration – beinahe ätherisch zu beten, voller Sehnsucht nach göttlichem Licht. Schwebend und intim, ebenfalls in armenischer Melodik Chatschaturjans fast sakrales, sanft tröstendes „Wiegenlied“, das Piazzollas „Libertango“ maskulin und gezügelt aggressiv kontert.
Einer der berührendsten langsamen Sätze des 20. Jahrhunderts folgt, Rodrigos melancholisches, an den andalusischen cante jondo erinnerndes Adagio aus dem „Concierto de Aranjuez“. Chick Corea zitiert dieses in „Spain“, seinem elektrisierenden Manifest des Fusion Jazz. Ausgelassen fröhlich der Freylach, ein Festtanz mit Schluchzern und Trillern in ostjüdischer Klezmertradition. In der baskischen Folklore ist der Zortziko verwurzelt, ein stolzer, zuweilen spielerischer 5/8-Tanz mit leicht stolperndem Schwung und markanter Akzentuierung. Unaufhebbare Traurigkeit in Händels Lamento „Lass mich das grausame Schicksal beweinen“. Hypnotisch, erotisch, dabei maschinenhaft und cool das gigantische Crescendo von Ravels Boléro, bevor Chatschaturjans „Säbeltanz“ mit Überlust und Overdrive das Leben cartoonhaft feiert.
Mitwirkende
Duo Fortezza
Koryun Asatryan Saxophon Enrique Ugarte Akkordeon, Arrangements
Programm
Boléro und Havun
Carl Orff (1895–1982): Uf dem Anger | Chramer, gip die varwe mir. Aus: Carmina Burana
Grigor von Narek (ca. 951–1003): Havun, Havun
Aram Chatschaturjan (1903–1978): Wiegenlied. Aus: Gayane
Astor Piazzolla (1921–1992): Libertango
Joaquín Rodrigo (1901–1999): Adagio. Aus: Concierto de Aranjuez
Chick Corea (1941–2021): Spain
Traditional Klezmer: Freilach
Traditional Baskisch: Zortziko
Georg Friedrich Händel (1685–1759): Lascia ch’io pianga. Aus: Rinaldo
Maurice Ravel (1875–1937): Boléro
Aram Chatschaturjan: Säbeltanz. Aus: Gayane
Kloster Bentlage
Das ehemalige Kreuzherrenkloster liegt im Erholungsgebiet Bentlage, nahe dem Naturzoo und der Saline Gottesgabe. Kloster Bentlage ist das am besten erhaltene gotische Konventsgebäude unter den ländlichen Klöstern in Westfalen, ein Kulturdenkmal ersten Ranges, das 500 Jahre Geschichte lebendig werden lässt. Barocke und klassizistische Architekturelemente bezeugen die Bautätigkeit der Mönche und der belgischen Adelsfamilie, die das Kloster nach dessen Säkularisation 1803 als Schloss nutzte. Seit 1978 ist die Anlage im Besitz der Stadt Rheine. Sie beherbergt ein Museum und ein renommiertes Kulturzentrum.
In Kooperation mit Stadtkultur Rheine. Kulturelle Begegnungsstätte Kloster Bentlage
www.kloster-bentlage.de
