Do 23. Juli 2026 19:30 Uhr
Ahaus St. Mariä Himmelfahrt
27 €, erm. 23 €, 15 € bis 25 Jahre

Max Volbers & Seicento vocale, J. Croonenbroeck, A. Toepper

© Andrej Grilc, © Hildegard Morian

Das zwitschert, tschilpt, trillert und tiriliert! Mit einem famosen Blockflötisten und Sänger:innen, die bis zu 18-stimmig singen. In Festtagslaune feiern der international gastierende Blockflötenvirtuose Max Volbers und Seicento vocale, das exquisite westfälische Vokalsemble für Alte Musik, ein launiges „Vogel.Stimmen.Fest“ – mit einem selten zu erlebenden Musikmix, mit Humor, Ernst und Tiefe.

Madrigale und Motetten, die vor 500 Jahren, an der Schwelle von Renaissance und Frühbarock, entstanden, schließen sie mit Moritz Eggerts „Nacht.Tick.All.“ (2014) kurz: ein vielstimmiger Vogel-Chor mit Amsel und Eule, Kuckuck oder Nachtigall, den Max Volbers auf diversen Blockflöten verblüffend erweitert, umrankt, umgarnt, anstachelt oder ironisch durchkreuzt und überflügelt. Hier wie in all seinen Werken geht es Eggert „um das Zelebrieren der menschlichen Fantasie im Kontext unseres Staunens über die Welt“. 

In den alten Gesängen zwitschern Vogelstimmen von überall her wie an einem späten Sommerabend. Echo-Effekte entführen in die Höhlen griechischer Nymphen, Engel singen einander zu wie in Venedigs Markusdom, in mehreren Chören von unterschiedlichen Positionen im Kirchenraum aus.

Das alte Symbol der Nachtigall, die für Liebe und Klage, Frühlingserneuerung, Geheimnis und Nacht, dichterische Inspiration und Transzendenz steht, feiert und bricht Moritz Eggert lustvoll-ironisch mit „Nacht.Tick.All.“ Sein fantasievolles Klangtheater eröffnet mit einer ruhigen Nachtmusik, bis die Blockflöte „keck wie ein Vogel“ (Eggert) einfällt und das ausgelassene Vogelfest beginnt. Dann ticken alle aus. Max Volbers muss zu seinem Spiel die Ellenbogen ruckartig bewegen, Flügelschlägen gleich, rhythmisch mit dem Fuß stampfen. Der Chor singt „Nachtigall“ in 20 Sprachen zugleich und durcheinander, bis er „mit einem Gefühl großer Weite“ (Eggert) abhebt und sein Gesang im All wie Sphärenmusik verklingt. Das Gezwitscher leitet zum Pfingstfest hin, an dem der Heilige Geist über die Jünger Christi kommt und sie inspiriert, in fremden Sprachen zu sprechen: „O welch ein selig Fest.“

Mitwirkende

Max Volbers Blockflöten

Seicento vocale

Jan Croonenbroeck & Alexander Toepper Leitung

Programm

Vogel. Stimmen. Fest

Moritz Eggert (*1965): Nacht.Tick.All. 3 Wortszenen für 8-stimmigen gemischten Chor und Blockflöte

Werke von Luca Marenzio (ca. 1553–1599), Orlando di Lasso (1532–1594), Clément Janequin (1485– 1558), Melchior Vulpius (1570–1615), Johannes Eccard (1553–1611), Leo Hassler (1564–1612), Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525–1594), Jacobus Clemens non Papa (ca. 1512–1555)

St. Mariä Himmelfahrt

48638 Ahaus
Markt

St. Mariä Himmelfahrt ist ein durchkomponierter quadratischer Bau von 1966 aus Beton und Buntglas. Architekt war Erich Schiffer, Heinrich Gerhard  Bücker gestaltete den Innenraum, Georg Meistermann die Fenster. Die Architektur bezieht sich auf die christliche Vorstellung vom irdischen Leben als Pilgerweg und die Vision des Neuen Jerusalem in der Apokalypse des Johannes (Offb 21). So sind die Grundsteine der Stadtmauer dieser himmlischen Stadt, in der Gott mitten unter den Menschen wohnt, welche die „Herrlichkeit Gottes“ hat und deren Licht dem des „alleredelsten Steines“ gleicht, mit Edelsteinen geschmückt. In St. Mariä führt das Grün der Kirchenfenster, Bild des Lebensstroms, zum Altar, dem Bild des Thrones Gottes und Mittelpunkt des verklärten Lebens. Im Neuen Jerusalem finden die Christ:innen Vollendung bei Gott.

In Kooperation mit der Kath. Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt

www.st-marien-ahaus.de