Als Zeitzeugnis für die Epoche der Aufklärung wurde das Herrenhaus Harkotten von Korff 2015 vom Landeskonservator als Denkmal von Nationalem Rang eingestuft. Das damals moderne Herrenhaus im Stil des Klassizismus ließen Friedrich Anton und Rosine von Korff 1806 anstelle der alten Burg in Harkotten errichten. Es ist das Erstlingswerk des 29-jährigen Architekten Adolph von Vagedes, (1777–1842), der aus Münster stammt und später als großherzoglicher Baudirektor und Stadtplaner etwa von Düsseldorf (Ratinger Tor, Königsallee) und Krefeld hervortrat. Harkotten galt „als kühne Tat, nicht eines Revolutionärs, sondern eines Entdeckers“ (Th. Rensing/W. Kordt).
Die Innenausstattung von Haus Korff, die Kunsthistoriker und Denkmalexperten schwärmen lässt, besorgte der erfolgreiche Unternehmer, Tischler und Fürstlich Corveysche Hofmaler Philipp Ferdinand Ludwig Bartscher (1749–1823). Er entwarf die umfangreichen, 2014 erst wiederentdeckten, Wand- und Deckenmalereien und führte sie aus. Einige seiner Möbelstücke sind auch erhalten. Bartscher hatte 1792 die erste westfälische „Meublenfabricke“ in Rietberg gegründet. Seine „feinen Möbel aus Westfalen“, wohlproportionierte, aufwändig furnierte Stücke in warmen Farbtönen, waren bei Adel und Klerus und dem gehobenen Bürgertum begehrt. Seine Maler- und Kunstschreinerwerkstatt florierte. Um 1800 gehörte er zu den bedeutenden Dekorationsmalern Westfalens, malte Kirchen aus, fertigte Theaterkulissen und konzipierte Gesamtausstattungen für Räume im klassizistischen Stil. 1831 entstand das Rondell mit Teich und Rasenfläche und der Portikus wurde zur Eingangshalle mit Balkon umgebaut.
In Kooperation mit den Freunden und Förderern des Denkmals Harkotten e. V.
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