So 12. Juli 2026 17:00 Uhr
Sendenhorst Haus Siekmann
27 €, erm. 23 €, 15 € bis 25 Jahre

Annelien Van Wauwe & Danae Dörken

© Joëlle Van Autreve, Nikolaj Luno

Es gibt ein Amerika, wo Freiheit die Möglichkeit meint, der kulturellen Mehrheit anzugehören und offen, oder aber divers und offen, eben gemeinsam zu sein und darin etwas Neues zu leben. „Ohne Zweifel“, bemerkte Antonín Dvořák 1895, „liegen die Keime für die beste Musik versteckt in all den Rassen, die sich in diesem großartigen Land miteinander vermischen.“

Den „American Sound“ verfolgen Annelien Van Wauwe und Danae Dörken „Vom Broadway nach Buenos Aires“. Die belgische Klarinettistin und die deutsch-griechische Pianistin gehören zu den führenden Instrumentalist:innen ihrer Generation – offen, energiegeladen, mit klassischem und jazzigem Feeling.

Aus europäischer Klassik, afro- und lateinamerikanischer sowie jüdischer Tradition und dem US-Folk entstanden der Jazz und die klassische amerikanische Moderne. Zu seinem persönlichen Hybrid-Stil ist der 25-jährige Bernstein 1941/42 – die USA treten gerade in den Zweiten Weltkrieg ein – mit seiner Klarinettensonate auf dem Weg, in der schon der Broadway-Klang von „West Side Story“ aufscheint.

Aaron Copland, der, wie George Gershwin, den amerikanischen Sound prägte, antwortet 1943 mit seiner Klarinettensonate auf den Tod eines Freundes, der im Pazifik abgeschossen wurde: Wie ein Sonnenaufgang über großer Weite der erste Satz; er lasse „die Werte, um die es geht: Frieden, Zivilisation und Freiheit“ (H. Pollack) spüren. Feierliches Gedenken im zweiten, im Schluss-Satz Schwung und lyrische Eloquenz, die aufgehen in Stille. Warme Blues-Skalen, latino Habanera-Anklänge, ein funkelndes Scherzo-Finale in Gershwins jazzigen Preludes von 1926.

1962 schrieb Poulenc seine Klarinettensonate für Benny Goodman, der sie 1963, nach Poulencs Tod, mit Bernstein in der Carnegie Hall uraufführte. Leicht jazzig gefärbt, schwebt sie zwischen Ironie und Melancholie, anmutiger Abschiedlichkeit und verletzlicher Offenheit. Leichtigkeit und verschmitzter Pariser Esprit am Schluss. Paquito D’Rivera erweist 2009 Benny Goodman zu dessen 100. Geburtstag die Reverenz. Nüchtern nostalgisch erinnert der kubanisch-amerikanische Klarinettist und Saxophonist in „The Cape Cod Files“ Bandoneon und Tango. Sein „Chiquita Blues“ ist eine spielerische, lustig-rasante Fusion aus Blues, moderner Harmonik und karibischen Rhythmen.

Mitwirkende

Annelien Van Wauwe Klarinette Danae Dörken Klavier

Programm

Vom Broadway nach Buenos Aires

Leonard Bernstein (1918–1990): Clarinet Sonata (1941–42)

Aaron Copland (1900–1990): Clarinet Sonata

George Gershwin (1898–1937): Three Preludes, arr. Für Klarinette und Klavier

Francis Poulenc (1899–1963): Sonata for clarinet

Paquito D’Rivera (*1948): The Cape Cod Files

Haus Siekmann

48324 Sendenhorst
Weststraße 18

Bevor die Stadt Sendenhorst Haus Siekmann erwarb, besaß der Hotelier Josef Siekmannn die ehemalige Hofstelle Schöckinghoff, die aufs 14. Jh. und die Adelsfamilie Schocke zurückgeht. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Hof verwüstet, ab dem 18. Jh. wieder von einem Bauern bewirtschaftet. Heute ist Haus Siekmann das Zentrum der Stadt Sendenhorst für kulturelle, soziale und berufliche Bildung, u. a. finden hier Konzerte, Ausstellungen und Lesungen statt.

In Kooperation mit dem Förderverein Haus Siekmann e.V. www.haussiekmann.de