SA 20. Juni 2026, 20:00 – 22:00 Uhr

Münster Erbdrostenhof
Eintritt: 26 €, erm. 23€

Apollo’s Cabinet

© Abe Buckoke

Hoch soll er leben! König Friedrichs Geburtstagsfest

„Hoch soll er leben!“ Man stelle sich vor, Friedrich der Große hätte seinen Geburtstag am 24. Januar 1758 gefeiert, in Berlin oder Sanssouci: mit einem Konzert seiner Hofkapelle, in dem Blockflöte und Flöte groß rauskommen, und mit musikalischen Spielen; mit Musikern und Komponisten, die zu den besten der Zeit gehören, und mit Musik, die zum Schönsten und Interessantesten zählt, das je für die Flöten geschrieben wurde. Natürlich wäre auch etwas Selbstkomponiertes vom Preußenkönig dabei, der ein sehr guter Querflötist war und an seinem Hof den galanten und den gemischten Stil favorisierte.

Höchstwahrscheinlich aber war Friedrich II. an seinem 46. Geburtstag in Breslau, um seine Armee neu zu ordnen, denn er befand sich im Krieg. Doch nehmen wir an, der nüchterne Herrscher verbringe den Tag nicht mit Befehlen, strategischen Überlegungen und etwas Flötenspiel zur Erholung danach, sondern ließe an diesem Abend im Siebenjährigen Krieg ausnahmsweise die Seele baumeln.

Ein Fest also – mit Live-Musik und Conférencier! Das preisgekrönte Barockensemble Apollo’s Cabinet feiert Friedrichs Geburtstag mit so lebendigen wie profunden Interpretationen des deutschen Barockrepertoires. Die jungen Musiker:innen, die sich 2018 an der Londoner Guildhall School of Music fanden und auch in angesehenen anderen Ensembles gefragt sind, treten als Königliche Hofkapelle unter Leitung ihres Konzertmeisters Joh. Gottlieb Graun auf. Und Friedrichs geschätzter Flötenlehrer und musikalischer Mentor Joh. Joachim Quantz führt schwungvoll und galant als Maître de Plaisir durch das Fest.

Besetzung

Apollo’s Cabinet                                                                                     

Teresa Wrann Blockflöte Simone Pirri Violine Jonatan Bougt Theorbe Harry Buckoke Viola da gamba Thomas Pickering Cembalo, Traversflöte Jordan Murray Perkussion

Programm

Hoch soll er leben!

Johann Gottlieb Graun (1703-1771)
Allegros. Aus: Concerto für Blockflöte und Violine C-Dur

Friedrich der Zweite (1712-1786)
Solfeggio C-Dur
Marsch

Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788)
Allegretto. Aus: Hamburger Flötensonate G-Dur

Johann Joachim Quantz (1697-1773)
Vivace. Aus: Triosonate C-Dur

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
4 Kanons. Aus: Das Musikalische Opfer
Schafe können sicher weiden

Johann Adolph Hasse (1699-1783)
Cantata per Flauto

Georg Philipp Telemann (1681-1767)
Overture Suite: Les nations anciennes et modernes
Concerto für Blockflöte und Traverso, TWV 52:e1

Dieterich Buxtehude (1637-1707)
La Capricciosa

 

Eintritt: 26 €, erm. 23€

Erbdrostenhof

48143 Münster
Salzstraße 38

Der Erbdrostenhof, 1753-1757 nach Plänen Johann Conrad Schlauns erbaut, ist eines der prächtigsten Adelspalais des deutschen Spätbarock. Bauherr war der Erbdroste Adolf Heidenreich Freiherr von Droste zu Vischering, einer der ranghöchsten Würdenträger des Bistums Münster. Schlaun hat den dreiflügeligen Bau in die Diagonale gedreht, wodurch er auf einem relativ kleinen, rechteckigen Grundstück Platz für den Ehrenhof vor dem Haupteingang gewann. Typisch westfälisch ist die mit roten Backsteinflächen und Baumberger Sandstein gestaltete Fassade.

Über dem Vestibül des Erbdrostenhofs liegt die zweigeschossige „salle à l’italienne“ mit illusionistischer Wand- und Deckenmalerei. Abgebildet sind u.a. Statuen, die Allegorien der Tugenden des guten Fürsten darstellen: Eintracht, Liebe, Hoffnung, Tapferkeit, Freigebigkeit, Milde, Friedfertigkeit. Doch gezeigt wird auch deren Gegenteil, etwa der Zorn mit einer mächtigen Schlange. Die im Zweiten Weltkrieg zerstörten Fresken von Nikolas Loder wurden von 1965 bis 1967 von Paul Reckendorfer rekonstruiert.

In Kooperation mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe | www.lwl.org