Manz, Hölscher, Zheng, Ioniţă, Klieser, Dönneweg, Wagner

Feinste Unterhaltung auf höchstem Niveau, temperamentvoll und duftig, vif und vital interpretiert: Sieben exquisite Solist:innen um die Geigerin Franziska Hölscher und den Klarinettisten Sebastian Manz lassen zwei Glanzstücke des Kammermusikrepertoires funkeln, das eine weltbekannt, das andre fast vergessen und wiederentdeckt – das Septett von Beethoven und das von Conradin Kreutzer.
Mit seinem Septett gelang Beethoven in Wien endgültig der Durchbruch zum Ruhm. Schon bald nach seiner Uraufführung 1799 sollte das Werk zu einem seiner größten Publikumserfolge werden und die Gattung nachhaltig – Schubert orientierte sich mit seinem Oktett an ihm – prägen. Dem „heroischen“ Beethoven allerdings war sein freundliches Frühwerk, das nach Form und Ton an die Divertimento-Tradition anknüpft, sie aber erweitert, später peinlich. Klassisch klar, jedoch mit frühromantischem Esprit, wurde das Septett für seine Leichtigkeit und seinen Frohsinn, seine melodische und quasi-sinfonische Fülle, seine Virtuosität und Eleganz geliebt. Alle Instrumente, vor allem Klarinette und Violine, treten solistisch hervor und sind zugleich Teil eines vielfarbigen kammermusikalischen Gewebes. Theatralisch und virtuos das Finale.
Farbenreich und dialogisch auch das frühromantische Grand Septet Conradin Kreutzers, dessen Themen Ohrwurmqualität haben. Nach seinem Tod nahezu vergessen, wurde Kreutzer zu Lebzeiten hoch geschätzt. „Als Komponist steht er in der Reihe der Beliebtesten seiner Zeitgenossen. Er weiß die Melodik des italienischen Styles mit französischer Eleganz und deutscher Kraft zu vereinen. Gesang ist immerdar der alles umschlingende Zaubergürtel, der eben sowohl in seinen reizenden Kantilenen als in vielstimmigen Kombinationen sich entfaltet.“ (G. Schilling: Encyklopädie der gesamten musikalischen Wissenschaft, 1837) Kreutzers Septett ist edel, dabei Lebensfreude pur.
Mitwirkende
Sebastian Manz Klarinette Franziska Hölscher Violine Wen Xiao Zheng Viola Andrei Ioniță Cello Felix Klieser Horn Hanno Dönneweg Fagott Dominik Wagner Kontrabass
Programm
Septette
Ludwig van Beethoven (1770–1827): Septett Es-Dur, op. 20
Conradin Kreutzer (1780–1849): Grand Septet Es-Dur, op. 62
Draiflessen
Die Draiflessen wurde 2009 auf Initiative der Unternehmerfamilie Brenninkmeijer gegründet. Das gemeinnützige Kunstmuseum präsentiert Ausstellungen zu gesellschaftlich relevanten Themen und begleitet sie mit einem umfangreichen Vermittlungsprogramm. Die Vorfahren der Brenninkmeijers waren sog. Tüötten, westfälische Wanderhändler aus Mettingen, die im 17. und 18. Jh. in Deutschland und Europa mit Leinen handelten.
Mit Draiflessen knüpft die Unternehmerfamilie Brenninkmeijer an ihre Wurzeln in Mettingen an. Der Name „Draiflessen“ ist aus der Geheimsprache der Tüötten abgeleitet. In den Wortstämmen „drai“ (drei, Dreifaltigkeit, drehen, Handel treiben) und „flessen“ (Flachs, Leinen, Heimat) kommen für die Familie bedeutsame Themen zum Ausdruck: ihre Verbindung zu ihrem westfälischen Ursprung, ihr christlicher Glaube und ihr Unternehmertum, das im Leinenhandel gründet.
In Kooperation mit der Draiflessen (Collection & Conference)
www.meetmusic.online
